Sommerhitzehöhenflucht {CH-Wallis/Valais – Lac des Vaux}


schweiz032Unser Wanderweg ist weit voraus zu sehen. We can see our path far ahead.

Der Morgen begrüßt uns mit strahlend blauem Himmel und schon ordentlichen Temperaturen. Das ist für uns das Signal, wieder in die Höhe zu flüchten. Deshalb starten wir wieder vom Croix de Coeur, welches auf knapp 2.000 m Höhe liegt. Heute empfangen uns keine Kühe, aber die Ausblicke auf Grand Combin und Mount Blanc Massiv sind wieder vom feinsten. Der Weg führt uns anfangs entlang eines Grates, bevor wir beginnen, einen Steilhang zu traversieren. Rechts geht es steil bergab, was beim Übersteigen von kleinen Felsstufen noch kniffliger wird, als es so schon ist. Aber es ist nicht so steil wie am Pierre Avoi neulich. Als wir die Felsstufen unterhalb des Tete des Etablons (2.415 m) überwunden haben, wird der Weg besser und die nächste Traverse ist viel einfacher.

schweiz033Blick zum Mont Blanc Massiv. Kann man sich daran je sattsehen?
View to the Mont Blanc massif. Could you ever get tire of looking at it?

schweiz034Sehr idyllisch hier. It’s really idyllic here.

schweiz035Die nächste Traverse kommt in Sicht. Da geht’s mitten durch die Lawinenschutzgitter.
The next traverse comes into view. The path goes parallel to the avalanche barriers.

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Kurz bevor wir den 2.320 m hoch gelegenen Pass  Col de Mines erreichen, machen wir noch Platz für wagemutige Mountainbiker, die den schmalen Weg auf dem Rad absolvieren. Am Col des Mines können wir in einem glücklichen Moment eine Gämse am Hang entdecken. Leider haben wir kein Fernglas dabei. Ab hier folgen wir einer breiten Schotterstraße, die sanft, aber stetig bergan führt. Die Ausblicke gehen weit hinab in die Tiefe in das Chassoure Becken bis nach La Tzoumaz.

schweiz037Vom Col des Mines geht’s sanft bergauf auf einer breiten Schotterstraße.
We go soft and steady uphill on this wide gravel road.

So langsam merken wir, dass wir der Hitze irgendwie nicht entfliehen können, doch immer weiter geht’s bergauf. Am Ende der Schotterstraße schließt sich ein Wanderweg an, der über viele Steine die letzten 150 Höhenmeter hinauf zum Lac des Vaux führen. Ich glaube, gar nicht mehr anzukommen. Es zieht sich, und höchtwahrscheinlich macht sich auch hier die Höhe wieder etwas bemerkbar. Wir befinden uns inzwischen auf knapp 2.500 m. Und nachdem ich neulich in einem Bericht gesehen habe, dass man bereits auf 3.000 m höhenkrank werden kann, dürfen wir auf 2.500 m schon mal ins Schnaufen geraten.😉 Die Hitze tut das übrige.

schweiz039Alpen-Leinkraut. Alpine toadflax.

schweiz040Jetzt ist es nicht mehr weit. Soon we are there.

Doch dann haben wir es geschafft und sind oben angelagt, am Lac des Vaux (2.543 m). So recht beeindrucken will mich der See nicht. Was wahrscheinlich daran liegt, dass ringsherum Skilifte zu sehen sind. Nun gut. Wir lassen uns auf einem Stein am Ufer nieder und rasten erst einmal ausgiebig. Ein paar Mutige wagen auch ein Bad im kühlen Nass.

schweiz041Lac des Vaux (2.543 m).

schweiz042Auf unserem Weg zurück. Im mittleren Hintergrund könnt ihr den Knubbel Pierre Avoi sehen.
On our way back. In the background in the middle you can see a knob. That’s the Pierre Avoi.

Auf dem Weg zurück wollen wir noch einen Geocache heben. Da wir aber keine Karte der Schweiz auf dem GPS-Gerät haben, fällt die Orientierung in diesem Gelände extrem schwer und wir lassen den Cache sausen. So bummeln wir langsam wieder zurück zum Col des Mines. Es wird immer heißer. Um nicht noch einmal die Felstufen auf der Traverse gehen zu müssen, steigen wir etwas weiter ab und wandern auf einem Schotterweg zurück Richtung Croix de Coeur. Am Hang finden wir leckere Heidelbeeren. Der Färbung der Blätter nach ist der Herbst nicht mehr weit.

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schweiz044Lawinenschutzzäune von unten gesehen. Avalanche barriers seen from below.

schweiz045Etwas gruseliger Tunnel. Mit der richtigen ISO-Einstellung wirkt er heller als er war.
Er war nämlich stockdunkel. Aber er brachte uns die ersehnte Abkühlung.

˜
This tunnel was a little bit spooky. By choosing the right ISO settings it seems to be brighter than it was.
Actually it was pitch-dark.
But it gaves us the longed for refreshing.

Doch davon ist heute so gar nichts zu spüren. Die Sonne lacht, Paraglider gleiten durch den Spätsommerhimmel, und wir kommen gut voran. An einer Stelle führt der Weg durch einen ca. 250 m langen Tunnel, in dem es stockdunkel ist. Aber die Abkühlung darin ist unbezahlbar! Bald schon kommt das Croix de Coeur in Sicht, wo wir hoffen, im Restaurant was essen zu können. Doch Pustekuchen. Die Küche ist jetzt am Nachmittag geschlossen. Wir zischen eine Apfelschorle und machen uns dann wieder zurück auf den Weg zu unserem Chalet.

schweiz046Paraglider mit Grand Combin  im Hintergrund (4.314 m).
Paraglider with Grand Combin in the background (4.314 m).

 

Länge: 10,2 km
Dauer: 5,5 h
Gesamtanstieg: 482 Hm
Gesamtabstieg: 482 Hm
Karte und Höhenprofil

 

18 Gedanken zu “Sommerhitzehöhenflucht {CH-Wallis/Valais – Lac des Vaux}

  1. Wie interessant, nun sehe ich die Gegend mal ohne Schnee, ganz ungewohnt! Ich war dort schon oft Skifahren, doch den See habe ich immer nur schneebedeckt gesehen. Danke für die grünen Bilder.

  2. Wow, was für eine wagemutige Wanderung. Ich wäre wahrscheinlich an der ersten schwierigen Stelle umgekehrt.
    Schön, dass ihr das zusammen geschafft habt. Die Ausblicke sind atemberaubend schön und die Höhe, die ihr erklommen habt, ist beachtlich. Mein höchster Berg war der Omu mit 2500 m in Rumänien.
    Viele liebe Grüße, Synnöve

  3. Es war ein phantastischer Bergsommer, wenn auch heiss. Eine schöne Tour habt ihr da gemacht.
    Wenn es so weiter taut, sehen die Berge auch bald wieder grün aus….

  4. Ich war letztes Jahr im Herbst nach 5 Jahren wieder im Wallis Urlaub machen. Da ist mir vor allem eins aufgefallen: An manchen Tagen gibt es mehr Biker als Wanderer in den Bergen.

  5. Ach die Berge, diese steinernen Riesen. Eine ganz wunderbare Tour. Die Mountainbiker hätten mich allerdings etwas gestört🙂
    Dir auch ein schönes Wochenende, Sonne hin oder her, Petra

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