Magical Iceland 36


iceland459Goldhimmel. Golden Sky.

Frühaufsteher und Wanderung im Hufeisen. Early birds and hiking inside the horseshoe.
Wir werden sehr früh am Morgen geweckt, weil sich jemand vier Heißgetränke aus dem Industriekaffeeautomaten zieht und die Gastgeberin lautstark Tassen und Geschirr aus den Schränken holt, Brot hinstellt und den Kühlschrank bestückt. „Sehr gastfreundlich“ und daher mit Abstand unserer schlechteste Unterkunft. Da wir nun schon mal wach sind, nutzen wir die Gunst der frühen Stunde mit einigen Franzosen zu frühstücken. Die Plätze reichen gerade so aus, um sich nicht in die Quere zu kommen.

Today we get woken by the huge coffee automat in the kitchen. And our host is not that quiet, too. In a noisy way she puts plates, cups and bread on the table and assembles the fridge with food. Really inhospitable and because of that  our worst accommodation. And since we are awake now we seize the moment and have breakfast with some Frenchmen. The seats are only just enough for getting not in the way.

iceland460Weiter Blick über die Lagune Lón. Wide view over lagoon Lón.

iceland461

Wir sind dann froh, bereits um 9.00 Uhr auf der Straße zu sein und Husavík gen Norden verlassen zu können. Es ist trocken, die Sicht ist gut und bald schon halten wir an einem Aussichtspunkt. Der Himmel sieht aus wie von Gold durchtränkt. Wir gehen dann noch einen guten Kilometer zu einer Erhöhung (ca. 170 m), von der wir einen absolut grandiosen Blick über die Lagune Lón, weit über den Öxarfjörður und die in der Ferne liegende Halbinsel Melrakkaslétta haben. Der Wind ist hier oben ganz schön frisch. Im Süden hängen dicke Regenwolken.

We are glad we hit the road already at 9 am. and can leave Husavík direction north. It’s dry and the views is good and soon we stop at a viewing point. The sky looks like it’s soaked with gold. We go up a hill (ca. 170 m high) from where we have an incredible view over the lagoon Lón, the Öxafjörður and in the distance the peninsula Melrakkaslétta. The wind is really fresh up here and in the south hanging rain clouds.

iceland462Sonnenflecken. Sun spots.

Wieder beim Auto geht die Fahrt weiter durch ein Lavafeld und äußerst erdbebenträchtiges Gebiet. Hier gab es schon viele, teils verheerende Erdbeben. Einen kleinen Abstecher wollen wir noch in den Nationapark Jökulsárgljúfur machen. Dort sollen sich wunderbare Basaltformationen und Wanderwege entlang des Flusses Jökulsá á Fjöllum befinden. Wir sind uns nicht ganz sicher, was die Beschaffenheit der Straße angeht, geschweige denn, ob es eine F-Straße ist. An der Abzweigung von der Hauptstraße steht nichts von F-Straße, also fahren wir die Schotterpiste erst einmal rein. Nach wenigen Kilometern steht dann aber unübersehlich das F und wir kehren wieder um.

Back at the car we drive further through a lava field and very active earthquake area. Here happened partly devastating earthquakes already. We’ll do a side trip to the national park Jökulsárgljúfur. There shall be wonderful basalt formations and hiking trails by the river Jökulsá á Fjöllum. We are not sure about the road conditions not to mention, if this is a F-road. At the junction there’s no sign that this is a F-road, so we drive that gravel road. After few kilometres stands an obvious sign that this is a F-road now and so we turn.

iceland463Wegweiser. Hier müssen wir drehen, weil unser Auto nicht F-Straßen tauglich ist.
Roadsign. We have to turn here, because our car isn’t fit for F-roads.

Einen Steinwurf entfernt halten wir an der hufeisenförmigen Schlucht Ásbyrgi. Wir beschließen auf den Berg Eyja zu gehen, der sich 87 m über der Schlucht erhebt. Wie so oft sind wir allein unterwegs. Erst am Ende des Berges, an dem man Aussicht auf die gesamte Schlucht hat, begegnen wir zwei anderen Wanderern. Es ist sehr warm, die Regenwolken im Süden kommen allerdings langsam näher. Diese Hufeisenschlucht ist wohl durch veschiedene Gletscherläufe nach diversen Vulkanausbrüchen entstanden. Sehr beeindruckend, zumal überall Bäume rumstehen.

A stone-cast away we stop at the horseshoe-shaped canyon Ásbyrgi. We decide to go up mountain Eyja which raises 87 m above the canyon. As often we are alone here. Only at the end of the way we see two other hikers who enjoy the viewpoint over the canyon as we do. It’s really warm and the rain clouds coming nearer from the south. The horseshoe-shaped canyon is probably arose from different jokulhlaup (glacier bursts) after some volconic eruptions. Very impressive, especially with all the trees around here.

iceland464Felswand in Ásbyrgi. Rock wall in Ásbyrgi.

iceland465Ásbyrgi.

iceland466Ásbyrgi.

Erdbeben und das Ende der Welt. Earthquakes and the end of the world.

Zurück am Nationalparkzentrum schauen wir uns die sehr gut aufgemachte Ausstellung an und genießen dann draußen an einer Tischbank unser Mittag mit Tomaten, Knäcke und Skyr. Nach ausgiebiger Pause fahren wir weiter gen Norden. Wir wollen heute noch auf die Melrakkaslétta. Die Landschaft ist traumhaft hier, schwarze Strände, Flüsse und wunderschöne Berge. Im kleinen Örtchen Kópasker (ca. 120 Einw.) besuchen wir die Ausstellung in der Grundschule, die sich diesem geologisch sehr aktivem Gebiet und speziell dem schweren Erdbeben vom 13. 1. 1976 widmet.

Back at the national park center we watch the very good exhibition and later we enjoy outside our lunch with tomatoes, crisp bread and skyr. After an extensive break we drive further direction north. Today we’ll to the peninsula Melrakkaslétta in addition. The landscape here is divine, black beaches, rivers and beautiful mountains. In the little spot Kópasker (pop. ca. 120) we visit an exhibition in the primary school. It’s about this geological very active area and especially about the major earthquake on 13. 1. 1976.

iceland467Rentierflechte. Reindeer lichen.

iceland469Am Öxarfjörður. Das Weiße am Fuße des Berges ist der Ort Kópasker.
At Öxarfjörður. The white spot at the foot of the mountain is the place Kópasker.

Es ist wirklich höchst interessant und auch einige Isländer sehen sich die Ausstellung an. Als wir aus dem Schulgebäude treten, hat es zu regnen begonnen. Wir folgen nun einer Schotterpiste, die einmal um die Halbinsel herumführt. Sie ist anfangs äußerst übel und geprägt von langen Waschbrettpassagen und riesigen Schottersteinen. Dem Regen fahren wir nun immer etwas davon, so dass wir noch schöne Aussichten auf die immer flacher werdende Landschaft haben. Hier hat man wirklich das Gefühl, am Ende der Welt zu sein. Kein Auto weit und breit, nur ganz vereinzelt Höfe.

It’s deeply interesting and some Icelanders watch the exhibition, too. As we come out of the building it’s raining. We follow now a gravel road which leads around the peninsula. At the start it’s in really bad condition and charcterized by long passages of washboard road and huge gravel stones. We drive away the rain always a little bit. So we can enjoy the views to the landscape which gets more and more flatter. Here you really feel like at the end of the world. No car far and wide and only odd farms.

iceland470Verlassenes Haus auf der Melrakkaslétta. Abandoned house at Melrakkaslétta.

Im Innern der Halbinsel sehen wir mächtige Schauerwolken, wir aber bekommen hier und da sogar Sonne ab. Es ist irre schön, und wir fahren gemütlich vorbei an Stränden voller Treibholz, einsamen Telefonleitungen und verlassenen Häusern. Hier und da wird die Schotterpiste richtig tief und unser Auto muss sich durch den Schotter wühlen, wobei natürlich ein bisschen der Grip verloren geht und wir etwas umherrutschen. Dann haben wir irgendwann die Minihalbinsel Hraunhafnartangi erreicht. Wir parken und wollen zum Leuchtturm Hraunhafnartangaviti am nördlichsten Punkt Festlands-Islands wandern.

Inside the peninsula we see huge rainstorms, but we get some sun here and there. It’s unbelievable beautiful here and we drive pass beaches full of driftwood, lonely telephone lines and abandoned houses. Here and there the gravel road is really deep and the car has to dig through the gravel which costs a little bit of our grip and so we drift a little bit. Then we reach the mini peninsula Hraunhafnartangi. We park the car and would like to hike to the lighthouse at the northernmost point of Iceland’s mainland.

iceland471Treibholz ohne Ende. (Bei diesem Foto wurde ich von unzähligen, kleinen Fliegen attackiert, die zwar harmlos waren, sich aber richtig in der Kleidung festhakten. Das halbe Auto war anschließend voll von ihnen.)
Endless driftwood. (By taking this photo I was attacked by countless little flies. They were harmless but they hung in the clothing like limpets. Half of the car was full of them then.)

iceland468Telefonleitung am Sigurðarstaðavatn. Telephone line at Sigurðarstaðavatn.

iceland472Leuchtturm Hraunhafnartangaviti am nördlichsten Ende von Festland-Island.
Lighthouse Hraunhafnartangaviti at the northermost end of Iceland’s mainland.

Stille und ein Steinkreis. Silence and a stone circle.

Doch ausgerechnet hier holt uns der Regen ein und die Wolken öffnen ihre Schleusen. So fahren wir weiter gen Raufarhöfn, unserem heutigen Übernachtungsort. Die Sonne kommt wieder heraus, und wir sehen den kleinen Ort unten am Meer liegen. Unser Hotel ist äußerlich etwas angegriffen, innen aber sauber und komfortabel. Das Zimmer ist riesengroß. Wir gehen zum nahen, orangefarbenen Leuchtturm. Die Stille hier ist unwirklich. Der stillste Ort Islands auf unserer Reise. Ich versuche, die Stille mit meinem Handy aufzunehmen.

But of all things it starts raining here. So we drive further to Raufarhöfn where we’ll stay the night. The sun comes out again and we see the little spot lying down at the sea. Our hotel is on the surface a little bit frailed. But inside it’s clean and comfortable. Our room is huge. We go to the near and orange lighthouse. The silence here is unreal. The most silent place in Iceland at our journey. I try to record the silence with my mobile.

iceland473Raufarhöfn.

iceland474Einmalig schöne Stimmung am Hafen. Unique and beautiful atmosphere at the habour.

iceland-collage027Raufarhöfn.

iceland475Leuchtturm vor Raufarhöfn. Lighthouse ahead Raufarhöfn.

Unser Abendessen nehmen wir im Hotel ein, mit einem schönen Blick auf den kleinen Hafen. Als Vorspeise essen wir geräucherten Lachs mit Honigmelone und Shrimpssalat mit Wassermelone. Das Hauptgericht ist gebratener Rotbarsch mit Pfefferminzkartoffeln und als Dessert wird Skyr mit geeisten Blaubeeren serviert. Göttlich. Wir sind schön satt und machen unseren Abendspaziergang zur Heimskautsgerði (Arctic Henge). Die Arbeiten zu diesem Steinkreis, der sich am Lauf der Sonne orientiert, sind noch nicht abgschlossen und werden wohl auch noch ein paar Jahre dauern. Die Ausmaße sind gigantisch. Allein der mittlere „Turm“ ist 12 m hoch.

In the hotel we have our dinner with a lovely view to the habour. As starters we eat smoked salmon with rockmelon and shrimps salad with watermelon. The main course is fried redfish with minty potatoes. And for dessert they serve Skyr with frosted blue berries. Divine. We’re really full and we start our evening walk to Heimskautsgerði (Arctic Henge). The works for this stone circle which is oriented at the course of the sun are not finished yet. And it’ll still last some years. The figures are gigantic. Alone the „tower“ in the middle is 12 m high.

iceland-collage028Räucherlachs mit Honigmelone. Shrimpssalat mit Wassermelone.
Gebratener Rotbarsch mit Pfefferminzkartoffeln. Skyr mit geeisten Blaubeeren.

Smoked salmon with rockmelon. Shrims salad with watermelon.
Fried redfish with minty potatoes. Skyr with frosted blue berries.

Heute sind wir wirklich viele Kilometer gelaufen, und wir haben viel gesehen. Es war einfach ein wundervoller Tag, mit irre vielen Eindrücken. Fast schon zuviel für einen Tag. Aber wir sind glücklich und zufrieden.

Today we walked many kilometres and we saw so much. It was a just a wonderful day with rad much impressions. Little short of too much for one day. But we’re happy and pleased.

iceland476Heimskautsgerði (Arctic Henge)

 ♥

14 Gedanken zu “Magical Iceland 36

  1. Der Blick über die Lagune ist gigantisch schön und auch die anderen Landschaftsaufnahmen. Ihr seid dem Regen fast davon gefahren. Das Essen sieht super lecker aus. Mich begeistern auch der „orange“ Leuchtturm und die Steinkreise. Phantastisch !
    Viele Grüße Synnöve

  2. Der orange Leuchtturm – Pop-Art in Island! Und so etwas wie Arctic Henge habe ich noch nie gesehen, das ist ein Kunstwerk, oder prähistorisch?
    Auch diesmal sind deine Landschaftsbilder wieder ein echter Hingucker!
    Einen schönen Tag wünscht dir Pepe

  3. Ein wunderbarer Bericht mit sehr anschaulichen Reiseeindrücken. Ich mag diese Mischung aus Landschaftsbildern, Details (die zauberhafte Rentierflechte) und Essensfotos *g*
    LG, ‚Franka‘

  4. Das ist wirklich ein beeindruckender Bericht und die Fotos wundervoll. Wie der Leuchtturm in der grauen Landschaft strahlt und das Essen….lekkker😆

    LG Mathilda ♥

  5. very beautiful and interesting photos! and the food looks so good! At first I thougt that the wood at the beach was bones from vales😀

  6. Das erste Foto ist unglaublich und das letzte direkt magisch. Schön. Bei dem Treibholzfoto dachte ich erst, das wäre ein Walknochenfiedhof, so ausgebleicht und beinern liegt das Holz auf der Ebene.
    Herzlich, Katja

  7. Diese Namen sind einfach unglaublich – kannst du das aussprechen? Wie immer bei Deinen Reiseberichten und Fotos bin ich sehr fasziniert von den Farben, Strukturen und Kontrasten der Landschaft. Und ich mag Deine Begeisterung, die man sehr gut spürt. Liebe Grüße, Anette

Ich freue mich über einen Kommentar. ♥

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s